Ulrich Backeshoff – Biografie: Lesung in gemütlicher Atmophäre

Vorstellung Backeshoff-Buch

Von Harald Wiegand (WAZ)

Foto: Ulrich Bangert


Die erwartete Abrechnung blieb
aus. Stattdessen wurde sie ein
Abend unter Freunden: die Lesung
aus seiner Biografie, zu der Ulrich
Backeshoff und der Fohrmann-
Verlag in die Gaststätte „Am Bismarckturm“
eingeladen hatten.
Langenberger Geschäftsleute, die
bei Vorstellung des Buches durch
die WAZ vor einigen Wochen noch
massiv Kritik an Backeshoff geübt
und erklärten hatten, durch seine
hochfliegenden Hotel- und Gaststättenpläne
in Langenberg zum
Teil um Tausende Euro geprellt
worden zu sein, erschienen am
Dienstagabend nicht.
Viele Lausbubengeschichten
Und so wurde es dann auch eher
eine gemütliche, augenzwinkernde
Vorlesestunde, in der einem
knappen Dutzend Besucher manche
Lausbubengeschichte Backeshoffs
von der Autorin und Verlagsinhaberin
Dr. Petra Fohrmann serviert
wurde. Verwandte aus Hattingen,
alte Freunde und Weggefährten,
vor allem aber etliche Mitspieler
aus seiner aktiven
Handballerzeit waren der Einladung
zur Lesung bei „einem kleinen
Imbiss“ gefolgt.
Dass es dabei fast „familiär“ zuging,
hatte sicherlich seinen Grund
auch darin, dass Backeshoff nicht
allein in seine alte Heimatstadt gekommen
war: Neben ihm auf dem
Podium zwei Menschen, die in seinem
Leben seit einigen Jahren eine
große Rolle spielen und denen in
seiner Biografie daher sogar gleich
mehrere Kapitel gewidmet sind:
seine junge (zweite) Frau, die in
China geborene Managerin Bernadette
Veronica Febriyanti, und ihre
gemeinsame Tochter Shinta (5).
„Biografien sind meine Leidenschaft
– vor allem Biografien über
bemerkenswerte Menschen mit
außergewöhnlichen Schicksalen“,
eröffnete Petra Fohrmann, als sie
schließlich aus „Ulrich Backeshoff
– ein Genie macht Pause“ zu lesen
begann. Eine Stunde lang bekamen
die Zuhörer dann Anekdoten
und Intermezzos aus dem Leben
des bemerkenswerten Bonsfelders
zu hören – wie er als Kind die vom
Vater gelesene Zeitung für den halben
Preis noch einem Nachbarn
verkaufte, wie er durch einen Trick
als Kind ums Lebertran-Schlucken
kam und dafür sogar mit der Einschulung
als Fünfjähriger belohnt
wurde. Oder wie er ein Spiel als
Handball-Nationaltorwart machen
durfte, bis er begann, dem
Trainer Tipps zu geben, und seine
Karriere abrupt endete.
Ersatz aus alten Verlustvorträgen
Ein bisschen ernst wurde es dann
aber doch noch, als Bücherstadt-
Vorsitzende Isolde Marx in in der
anschließenden Diskussionsrunde
fragte, warum denn keiner seiner
Kritiker an diesem Abend erschienen
sein. „Ich finde das selbst unverstellbar“,
antwortete Backeshoff.
Er habe sich allen Vorwürfen
gerne stellen wollen, versicherte er.
Auch habe er sich als Geschäftsmann
stets korrekt verhalten. Sein
Angebot: „Wenn einer durch mich
10 000 Euro verloren hat, gebe ich
ihm heute 20 000 Euro wieder. Ich
zahle mit Zins und Zinseszins“ Verlustvorträge
von mehr als zehn Mio
Euro aus früheren Tagen, über die
er heute noch verfüge, würden ihm
das ermöglichen. „Ich will das allerdings
dann auch belegt haben“,
forderte Backeshoff. Denn: „In allen
Listen meines Insolvenzverfahrens
taucht keine einzige Forderung
aus Langenberg auf.“

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>